SchwimmhalleBHKW-Anlage in der Haldenwangschule

Die Haldenwangschule in Dorsten ist eine Förderschule für geistig und körperlich behinderte Kinder. Die Schule verfügt über eine Gymnastik- und eine Schwimmhalle mit einer Wasserfläche von nahezu 200 m². Die Nutzung der Schwimmhalle erfolgt ganzjährig, tagsüber durch die Schule, nachmittags und abends von Vereinen für Kurse.

Beheizt wird das Gebäude mit Erdgasbrennwert­kesseln mit insgesamt 360 kW Wärmeleistung.Die Analyse des Wärme- und Stromverbrauchs ergibt, bedingt i.W. durch die Schwimmbad­nutzung, einen durchgängigen Energiebedarf. Der Wärmeverbrauch beträgt ca. 700.000 kWh pro Jahr. Es wird auch im Sommer nahezu durchgängig mehr als 25 kW Heizleistung benötigt. Der Stromverbrauch beträgt ca. 114.000 kWh pro Jahr. In der Grundlast (nachts, am Wochenende) werden ca. 10 kW, tagsüber an Schultagen ca. 25 kW Strom benötigt, siehe unten Grafik 1.

Eigenstromerzeugung

Strom kann wirtschaftlich in eigenen Anlagen mit Blockheizkraftwerken (BHKW) bzw. mit Photovoltaikanlagen (PV) erzeugt werden. Aufgrund des Tagesverlaufs des Strombezugs bietet sich an, den Grundstrombedarf durch ein BHKW zu erzeugen und einen Teil des darüber hinaus benötigten Tages­strombedarfs ggf. durch eine PV-Anlage zu decken.

BHKW MontageBHKW-Anlage

Wesentlich für den wirtschaftlichen Einsatz eines BHKW ist der zeitgleiche Bedarf an Strom und Wärme. Dies ist in der Haldenwangschule i.W. aufgrund des Betriebes der Schwimmhalle gegeben.

Ein BHKW erzeugt den Grundlastbedarf von Strom und Wärme, so dass weiterhin Strom aus dem öffentlichen Stromnetz und Wärme aus der Kesselanlage benötigt wird.

Betreiber des BHKW Stadt Dorsten

BHKW Daten

  • Hersteller RMB, Typ neoTower 11.0
  • Stromleistung: 7,5 bis 11 kW
  • Wärmeleistung bis 24 kW einschl. Brennwertnutzung
  • 4 Zylinder Erdgasmotor / 2,2 Liter Hubraum
  • Heizungswasserspeicher als Wärmepuffer 1.600 Liter
  • Inbetriebnahme Juli 2014
  • Investition rd. 60.000 € brutto inkl. Peripherie und Montage
  • Betriebsstunden p.a. 6.500 Volllastbetriebsstunden
  • Wärmeerzeugung BHKW 156.000 kWh / a
  • Stromerzeugung BHKW 71.500 kWh / a

Montage der HeißwasserspeicherDie erzeugte Wärmemenge wird vollständig im Gebäude genutzt. Die erzeugte Strommenge wird ebenso vollständig im Gebäude verbraucht, eine Einspeisung und Verkauf in das öffentliche Stromnetz ist nicht vorgesehen. Das BHKW deckt den Grundstrombedarf, siehe Grafik 2.

Die jährliche Einsparung beträgt ca. 11.200 € brutto p.a. Die dynamische Wirtschaftlichkeitsberechnung ergibt eine Kapitalrücklaufzeit von ca. 5,5 Jahren.

Die Inbetriebnahme erfolgte im Juli 2014. Strom aus BHKW, der selbst genutzt wird, unterliegt bei einer Inbetriebnahme nach dem 01.08.2014 dem neuen Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG 2014). Dieses sieht vor, dass anteilige EEG-Abgaben auf Eigenstrom, also für den selbst erzeugten und genutzten Strom abzuführen sind. Hierdurch würde die jährliche Ersparnis um ca. 15% sinken.

Ausblick PV-Anlage

Der Grundstrombedarf wird über das BHKW gedeckt. Der darüber hinaus benötigte Tagesstrombedarf wird aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen, siehe Grafik 3. Somit könnte das BHKW aus Sicht des Strombedarfs sinnvoll mit einer PV-Anlage ergänzt werden. Zunächst muss allerdings das Dach der Haldenwangschule auf Eignung sowie die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage geprüft werden.

Funktionsprinzip BHKW-Anlage
Funktionsprinzip eines BHKW
Grafik1: Ohne BHKW - Strombezug aus dem öffentlichen Stromnetz am Montag, 09.09.2013 Aus dem RMB-online-Report: Stromverbrauch Gebäude und Stromerzeugung BHKW am Montag, 08.09.2014 Mit BHKW - Strombezug aus dem öffent. Stromnetz (Reststromzukauf) am Montag, 08.09.2014
Grafiken 1 bis 3: Stromverbrauch und Stromerzeugung