Wirtschaftsforum Dorsten: Internationale Fachkräfte
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Wie können Unternehmen internationale Fachkräfte gewinnen? Welche Unterstützung gibt es dabei? Und was braucht es, damit aus einer erfolgreichen Rekrutierung auch eine langfristige Zusammenarbeit wird?
Diesen Fragen widmete sich das Wirtschaftsforum „Internationale Fachkräfte“ am 25. September 2026 im Soziokulturellen Zentrum Das Leo. Gemeinsam mit dem Welcome Service Center Nördliches Ruhrgebiet hatte die Wirtschaftsförderung in Dorsten ein praxisnahes Programm entwickelt, das Fachinformationen, Erfahrungen aus Dorstener Unternehmen und den direkten Austausch mit wichtigen Ansprechpartnern miteinander verband.
Fachkräfte werden dringend gebraucht
Zum Auftakt begrüßte Bürgermeister Tobias Stockhoff die teilnehmenden Unternehmen und Gäste. Dabei machte er deutlich, wie sehr der demografische Wandel und der Fachkräftemangel die Arbeitswelt bereits heute verändern.
Er brachte die Herausforderung auf eine einfache Rechnung: „Sechs Menschen müssen heute das leisten, was früher zehn geleistet haben.“ Umso wichtiger sei es, neue Wege bei der Fachkräftesicherung zu gehen und zusätzliche Fachkräfte für die Unternehmen zu gewinnen.
Durch das weitere Programm führte Oliver Göttlich, Geschäftsführer der WINDOR GmbH.
Internationale Rekrutierung: Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft
Einen Einblick in die internationale Fachkräftegewinnung gab Shyney Vallomtharayil von der Fachkräfteagentur International (FAI NRW).
Eine Zahl aus dem Vortrag verdeutlichte dabei das bislang ungenutzte Potenzial: Nur rund sechs Prozent der Arbeitgebenden rekrutieren bislang im Ausland. Für viele Unternehmen ist die internationale Suche nach Mitarbeitenden damit noch Neuland.
Neben den Chancen wurde deshalb auch deutlich, wie wichtig Orientierung und Unterstützung sind. Von rechtlichen und administrativen Verfahren bis zum erfolgreichen Ankommen der neuen Mitarbeitenden sind verschiedene Schritte zu berücksichtigen.
Agnieszka Kubacka-Mauer von der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit ergänzte die fachlichen Impulse um die Perspektive der grenzüberschreitenden Fachkräftegewinnung und Vermittlung.
„Der Mensch macht den Unterschied“: EDEKA Honsel berichtet aus der Praxis
Besonders greifbar wurde das Thema beim anschließenden Praxisbericht von Eugen Kohlmann und Julia Schlottmann-Honsel von EDEKA Honsel.
Anhand eines konkreten Falls berichteten sie, wie die Beschäftigung einer internationalen Fachkraft mit Unterstützung des Welcome Service Center Nördliches Ruhrgebiet erfolgreich umgesetzt werden konnte. Auch die Bäckerei Krietemeyer war in den vorgestellten Praxisfall eingebunden.
Dabei wurde deutlich, dass bei aller Organisation und Bürokratie am Ende der Mensch im Mittelpunkt steht. „Der Mensch macht den Unterschied“, lautete eine zentrale Botschaft des Praxisberichts. Entscheidend seien Menschen, die Freude an ihrer Arbeit haben und sich im Unternehmen einbringen möchten.
Gleichzeitig richtete EDEKA Honsel den Blick auf die langfristige Fachkräftesicherung: Unternehmen müssen in Ausbildung investieren, um auch künftig gut qualifizierte Fachkräfte zu haben. Internationale Fachkräfte sind damit nicht als alleinige Lösung zu verstehen, sondern als ein Baustein einer langfristigen Personalstrategie.
Von der Information zum persönlichen Austausch
Nach den Vorträgen ging es vom Zuhören ins direkte Gespräch. An verschiedenen Themeninseln konnten die Teilnehmenden individuelle Fragen stellen, Kontakte knüpfen und sich über konkrete Unterstützungsangebote informieren. Zu den Ansprechpartnern gehörten unter anderem Fachleute von BAMF, Bundesagentur für Arbeit und Ausländerbehörde.
Ansprechpartner für Unternehmen
Interesse an internationalen Fachkräften oder noch Fragen zum Einstieg? Unternehmen müssen die einzelnen Schritte nicht allein gehen. Verschiedene Anlaufstellen unterstützen bei der internationalen Fachkräftegewinnung – von der ersten Orientierung über die Rekrutierung bis hin zum Ankommen vor Ort.
Welcome Service Center Nördliches Ruhrgebiet
Ansprechpartner für Unternehmen rund um das Ankommen und die Integration internationaler Fachkräfte
wsc-bottrop.nrw@daa.de – https://welcome-service-center.de/
Fachkräfteagentur International (FAI NRW)
Unterstützung und Orientierung rund um die internationale Fachkräftegewinnung und die damit verbundenen Verfahren
shyney.vallomtharayil@fai.nrw – https://www.fai.nrw/beratung-durch-die-fai-nrw/ansprechpartnerinnen/
Bundesagentur für Arbeit / ZAV
Beratung und Unterstützung bei der Suche und Vermittlung internationaler Fachkräfte
+49 228 713 1313 – https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/zav/startseite
Unser Tipp: Die passenden Ansprechpartner am besten frühzeitig in den Prozess einbinden – so können viele Fragen bereits zu Beginn geklärt werden.
Auch die WINDOR steht Dorstener Unternehmen bei Fragen rund um das Thema gerne als erste Ansprechpartnerin zur Verfügung und vermittelt bei Bedarf den Kontakt zu den passenden Fachstellen.